über das Hintergrundbild

Fischer Bleisch im frühen Morgen auf dem Walen­see. Fischer und Ver­leger haben einige Gemein­sam­keiten. Bild­ausschnitt aus dem Buch «Sarganser­land – Walen­see»

Kleinverlag. Ein Beispiel

Aus «Schweizer Buchhandel» Nr. 01/2012

Von Martin Walker. Engagement und Passion sind die Triebfedern von Kleinverlegern. Finanzielle Unbekümmertheit, interessante Bücher und unkonventionelle Wege sind anzutreffen. Eine Einladung zu Erkundungen am Rande einer Branche.
Tausende von ISB-Nummern hat der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband in den letzten Jahren vergeben. So viele Verlage kann es doch gar nicht gar nicht geben? Aber wer mindestens einmal ein Hunderterkontingent an ISBN bestellt, macht doch schon eine Ansage. Auch das sind immer noch 1500 Abnehmer − darunter naturgemäss viele buchhandelsferne Firmen wie Gestalter, Berater, Coaches und Anhänger von Glaubens­richtungen und Philosopien, die man nicht alle kennen kann und oft auch gar nicht kennen will. Zehn Klein­verlage haben wir gefunden, die in ihrem Rahmen ernsthaft arbeiten, aber im Buch­handel marginal vorhanden sind. Wir haben sie über Motivation, Erfolg und Erfahrung befragt.

themaverlag

Text-Bildbände erscheinen auch im themaverlag von Peter Schulthess. Der Verlag hat seinen Namen ganz neu bekommen und firmierte vorher unter «thema­schweiz». Der Bildband «Hinter Gittern − Gefängnisse und Justizvollzug in der Schweiz» ist wohl mit einer Auflage von 2000 Exemplaren das bekannteste Werk. Aber auch die Regionalia − ein Buch über die Gemeinde Berg etwa − sind durchaus erfolgreich. Auch, weil Peter Schulthess die Bücher selber gestaltet und sie deshalb «bereits vor Erscheinen kommerziell Spuren hinterlassen». Mit dem Neustart als themaverlag will Schulthess einen grossen Schritt vorwärts machen, zwei Titel werden in den nächsten Monaten erscheinen («Au-Heerbrugg» und «Sarganser­land − Leute, Kultur und Rezepte»); Justiz und Justiz­vollzug werden weiterhin ein Thema bleiben. Und auch die bis­herige Reihe «themaschweiz − mit der Schweiz im Bild» habe durchaus Potenzial, glaubt er − und wäre einer Kooperation mit einem anderen Klein­verlag nicht abgeneigt.
Peter Schulthess hat sich bereits in seiner Zeit in einer Werbe­agentur intensiv mit Print­medien beschäftigt. Der Sprung ins Verlags­business allerdings sei einer ins kalte Wasser gewesen. «Eine grosse Hilfe waren Peter Aebli und Matthias Haupt, die ich nach und nach kennen­gelernt und mit Fragen gelöchert habe.» Der Buch­handel sei sehr behilflich, wenn er sich als Verleger und Autor direkt an die Buch­handlungen wende. «Besonders die inhaber­geführten Buch­handlungen sind sehr offen für neue Ideen.» Aller­dings stellt Schulthess fest, dass für viele Leute Buch­handlungen mit Schwellen­angst verbunden seien. «Deshalb suche ich auch gerne unkon­ventionelle Absatz­kanäle.» Allerdings: «Meine aufwendige und teure Teil­nahme an der BuchBasel 2006 war kaum nutzbringend.»

Die weiteren neun Kleinverlage, die von Martin Walker in der genannten Ausgabe portraitiert wurden: WALTER VERLAG, Meilen; AHA FLIEGEVERLAG, Basel; MUNDA VERLAG, Brugg; THEODOR BODER VERLAG, Mumpf; SISTABOOKS, Horgen; HERAUSGEBER.CH, Bern, HOCHACHTUNG VERLAG, Zürich, EDITION SHERSHIR, Herrliberg.